
Ein Palais, das Gäste willkommen heißt
Ein Palais aus dem 19. Jahrhundert, mit echten Materialien restauriert und zurückhaltend eingerichtet: das Haus, seine Gewohnheiten und die Menschen, die es beleben.
Zum Bewohnen restauriert, nicht zum Bewundern
Das Palais muss sich nicht ankündigen. Von der Straße sieht man eine helle, ausgewogene Fassade, schmiedeeiserne Balkone, ein Kupferdach, das längst grün geworden ist, und Linden, die die Allee beschatten. Der Bau ist klassizistisch und von ruhigen Proportionen: hohe Fenster, schlichte Gesimse, ein Portal, das eher einlädt als beeindruckt.
Die Restaurierung hat die Materialien sprechen lassen. Weißer Stuck an den Decken, Fischgrätparkett, Nussbaum und Messing in den Salons, elfenbeinfarbene Seide an den Fenstern, königsblauer Samt in den Sitzecken und einzelne Akzente in Champagnergold. Die Raute, das weiß-blaue Rautenmuster Bayerns, kehrt dezent wieder, von den Lederpaneelen der Bar bis zu den Stoffen: Man bemerkt sie, wenn man danach sucht.
Heute ist das Palais ein Haus mit 55 Zimmern und Suiten, klein genug, um jeden Gast persönlich zu empfangen. Der Concierge reserviert den Tisch und den Platz in der Oper, der Butler kümmert sich um Gepäck und Bügelwäsche, zu jeder Stunde ist jemand da, den man fragen kann. Keine Geste ist theatralisch, jede ist genau.


Vier Gewohnheiten des Hauses
Zurückhaltung
Wenige Farben, wenige Dinge, mit Bedacht gesetzt: Der Blick findet Ruhe und gleich darauf ein Detail, das es zu entdecken gilt.
Diskretion
Der Service kommt vor der Bitte und zieht sich unbemerkt zurück: Das Bett ist schon gerichtet, der Schirm bereit, bevor es zu regnen beginnt.
Saison und Region
Die Karte folgt dem bayerischen Kalender und ändert sich mit der Ernte. Die Erzeuger sind nah, die Weine kommen auch aus Franken.
Zuhören
Das bevorzugte Kissen, der Tisch am Fenster, die Frühstückszeit: Eine einmal genannte Vorliebe wird notiert und beim nächsten Besuch wieder bereitgehalten.
Im Lehel, zwischen Altstadt und Isar
Das Lehel reicht von der Altstadt bis an die Isar: Stadthäuser des 19. Jahrhunderts, ruhige Straßen, Galerien und kleine Läden. Die Maximilianstraße beginnt gleich um die Ecke; ein Stück weiter liegen der Fluss mit seinen Wiesen und Brücken und der Englische Garten, in dem morgens gelaufen wird. Das Auto braucht man nur für Ausflüge außerhalb Münchens.

Nachhaltigkeit ohne Schlagworte
Ein Palais zu restaurieren ist schon eine Entscheidung über Ressourcen: Wo sich ein Material reparieren ließ, wurde es repariert statt ersetzt. Heute senken einfache Maßnahmen den Verbrauch: LED-Beleuchtung, Klimasteuerung Zimmer für Zimmer und Wäschewechsel auf Wunsch bei Aufenthalten über mehrere Nächte.
In den Zimmern gibt es kein Einwegplastik: Wasser in Glasflaschen, Pflegeprodukte in nachfüllbaren Spendern. Küche und Bar bevorzugen saisonale Zutaten bayerischer Erzeuger: kürzere Wege, weniger Abfall. Es sind bescheidene Verpflichtungen, die das Palais lieber täglich einhält, als sie zu verkünden.

Die Menschen im Palais
Concierge und Butler, Küchenbrigade und Sommeliers, Barkeeper, Spa-Therapeuten, Hausdamen und alle, die jedes Zimmer vorbereiten: Das Palais lebt von Menschen, die einander kennen und Informationen weitergeben. Deshalb weiß bei der Ankunft schon jemand, wer erwartet wird und was zu tun ist.